Böhmerwald - Tschechische Republik

Srní

Srní (deutsch Rehberg) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt 16 Kilometer südlich von Sušice und gehört zum Okres Klatovy. Das zum Künischen Gebirge gehörige Gebiet westlich der Vydra an der Grenze zum Gefilde wurde zum Ende des 16. Jahrhunderts durch Kolonisten aus der Pfalz und Bayern besiedelt. Zunächst entstanden an der Køemelná Siedlungen. Das dort gelegene Dorf Stadln (Stodùlky) wurde zum Sitz eines der acht Künischen Freigerichte. Im Tal der Vydra bestand lediglich am Handelsweg von Rejštejn ins Gefilde seit 1523 eine Glashütte, die Antigelhütte. 1710 begann mit der Gründung von Brenntenberg, dem späteren Sattelberg, die Besiedlung der Wälder rechts der Køemelná. 1725 kaufte Karl Richard Ritter von Schmidel die Gerichte Stachy und Stadln von den Herren von Kolowrat. Schmidel, der in dieser Zeit in ganz Böhmen Besitztümer mit geborgtem Geld erworben hatte, war ein Jahr später pleite. Er verkaufte 1726 Parzellen an der Køemelná an Siedler, die den Ort Großhaid (Velký Bor) gründeten. 1727 erwarben neun Siedler eine 200 ha große Waldfläche südlich von Sattelberg und errichteten eine Holzfällersiedlung, die wegen des reichlich vorkommenden Rotwildes den Namen Rehberg erhielt. Auf diese Art und Weise entstanden ebenfalls die Dörfer Waid (Paštì) und Hohenstegen (Vysoké Lávky). 1731 erwarb Eleonora von Mansfeld die Herrschaften Stachy und Stadln bei Versteigerung des Schmidelschen Besitzes für lediglich 19500 Gulden. Sie ließ zahlreiche weitere Siedlungen anlegen. Dadurch wuchsen die Aufgaben des Gerichtes in Stadln stark an. Der alte und kranke Richter Willibald Hofmann war dieser Aufgabe nicht mehr gewachsen und nachdem sich Beschwerden über seine Amtsführung häuften, bat er den Sohn der Gräfin, Heinrich Paul von Mansfeld, der inzwischen die Herrschaft angetreten hatte, um die Einsetzung eines anderen Richters für die neuen Siedlungen. Erster Richter des neuen Gerichtes Stadlerner Anteil wurde Adam Joachimsthaler. Daraus entwickelte sich die Bezeichnung Stodùlský Podíl - I díl (Stadlerner Anteil - 1. Teil). Heinrich Paul von Mansfeld verkaufte Stachy und Stadln 1749 an den Glashüttenmeister Laurenz Gattermayer. 1763 erwarb Joseph Philipp Graf Kinsky den Gattermayerschen Besitz. Er gründete die Ansiedlungen Chinitz und Tettau. 1788 entstand mit Einwilligung Kaiser Josephs II. eine hölzerne Kapelle. Joseph II. zu Schwarzenberg kaufte 1798 das Gericht Stadln zusammen mit der Herrschaft Stubenberg. Er ließ zwischen 1798 und 1800 für die Holzflößerei den 16 km langen Kaltenbrunner Schwemmkanal anlegen, der später als als Chinitz-Tettauer Schwemmkanal bezeichnet wurde. 1804 begann an Stelle der Kapelle der Bau der heutigen Kirche, die 1807 durch Bischof Johann Prokop von Schaffgotsch geweiht wurde. Die wirtschaftliche Notlage in der Gegend führte zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu größeren Auswanderungen in die Bukowina, nach Galizien, ins Banat sowie nach Nord- und Südamerika. 1818 entstand in Rehberg eine meteorologische Station, die bis 1845 betrieben wurde. Nach der Ablösung der Patrimonialherrschaften entstand 1848 die Gemeinde Stadlerner Anteil, 1. Teil (Stodùlský Podíl - I díl), kurz Stadlern. Im Jahre 1864 umfasste diese die Siedlungen Sattelberg, Rehberg, Thalhäuser, Unter-, Mittel- und Oberschlösselwald, Antigelhof, Maderhäuser, Kaltenbrunn, Pfilzer, Grünberg, Großhaid, Mühlspreng, Seeberg, Sonnberg, Gruberg, Formberg und Böhmischhütte am Hurkenberg mit insgesamt 200 Gehöften, fünf Mühlen, einem Hammer und Brettsäge, die zusammen etwa 1600 Bewohner hatten. 1868 wurde die Gegend von einem starken Windbruch betroffen. Im Oktober 1870 waren die Sturmschäden in den Wäldern noch größer, so dass eine Borkenkäferplage ausbrach. 1870 wurde in Rehberg ein Postamt eingerichtet. 1910 hatte die Gemeinde 1734 Einwohner. Am 20. März 1934 wurde der Name der Gemeinde Stadler/Stodùlský Podíl - I díl in Rehberg/Reberky umbenannt. 1937 entstand das Staubecken am Sattelberg und der Bau des Wasserkraftwerkes Vinzenzsäge begann. Nach dem Münchner Abkommen wurde das Dorf dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte zwischen 1939 und 1945 zum Landkreis Bergreichenstein. 1946 erfolgte die Vertreibung der Deutschen. Der Ort erhielt den Namen Srní und die gebirgige Gegend konnte nur in geringem Umfang wieder besiedelt werden. 1948 erfolgte in den Wäldern entlang der Grenze zu Bayern der Bau von Drahtverhauen, um die nach der Machtergreifung der Kommunisten zunehmende Fluchtbewegung über die grüne Grenze zu unterbinden. Die Armee erklärte die schwach besiedelte Gegend westlich von Srní zum militärischen Sperrgebiet und errichtete den Truppenübungsplatz Dobrá Voda. Dabei wurden Teile der Gemeinde Srní in das Militärgelände eingegliedert und die Siedlungen zerstört. Die benachbarten Gemeinden Stodùlky (Stadln) und Velký Bor (Großhaid) wurde gänzlich vernichtet und auf dem Gelände das Dorfes Stodùlky ein Panzerschießplatz angelegt. Nach der Auflösung des Truppenübungsplatzes Dobrá Voda im Jahre 1991 entstand zum 1. Januar 1992 die Gemeinde Prášily neu.

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